#Sonntagsgedanken: Was bleibt von mir, wenn ich nicht mehr bin?

Vor einiger Zeit war ich wieder mal an einem Flohmarkt. Ich schlenderte durch die verschiedenen Stände mit all ihren Kuriositäten und Trouvaillen. Was mich überraschte, waren die vielen Fotoalben und Kisten mit unendlich vielen Fotos aus vergangenen Zeiten. Familienfotos, Bilder von Freunden, die zusammen feierten, Ferien genossen, Menschen vor ihrem Haus, bei der Arbeit, in ihrem wohlgepflegten Garten.

Erinnerungen an Glücksmomente, Erlebnisse, Beziehungen. Viele lagen ungeordnet in einer Kiste, andere klebten noch fein säuberlich im Album. Alle waren sie Zeugen einer vergangenen Zeit.

Das Einzigartige lag mitten in einem Haufen vergessener Erinnerungen.

Meine Faszination wich der Nachdenklichkeit. Was bleibt von mir, wenn ich nicht mehr bin? Welche Erinnerung? Welche Bedeutung haben die glücklichen, grossartigen Momente, die mein Leben bereichern? Welche Wirkung mein Handeln, mein Tun, mein Sein?

Ich habe für mich noch keine abschliessende Antwort gefunden. Aber in jedem Fall eine erste Erkenntnis: Was immer ich tue, bin und erlebe: Ich will den Moment geniessen.

Denn auch wenn ich weiss, dass diese Momente und Erinnerungen eines Tages in der Anonymität enden können: Heute, hier und jetzt sind sie unbezahlbar, einzigartig und wertvoll.

Darum will ich es geniessen, dieses Leben. Mit all seinen Erfahrungen, Begegnungen und Beziehungen.

Und ich will verantwortungsvoll, sorg- und behutsam mit den Menschen umgehen, die mir anvertraut sind. Seien es kurze, flüchtige Begegnungen oder langjährige Beziehungen.

Denn es ist immer möglich, dass mein Sein und Tun in dieser Welt ein kleines Stück Einzigartigkeit schafft.

Nicht für die Ewigkeit. Aber für die Menschen, denen ich begegne und mit denen ich unterwegs bin!

Und du: Welche Erinnerung sollte nie in einer Kiste landen?