Das Leiden und Sterben ins Zentrum gestellt.

𝘓𝘦𝘵𝘻𝘵𝘦 𝘞𝘰𝘤𝘩𝘦 𝘸𝘢𝘳 𝘪𝘤𝘩 𝘢𝘯 𝘥𝘦𝘳 30-𝘑𝘢𝘩𝘳 𝘍𝘦𝘪𝘦𝘳 𝘥𝘦𝘳 𝘗𝘢𝘭𝘭𝘪𝘢𝘵𝘪𝘷𝘬𝘭𝘪𝘯𝘪𝘬 𝘪𝘮 𝘗𝘢𝘳𝘬 𝘪𝘯 𝘈𝘳𝘭𝘦𝘴𝘩𝘦𝘪𝘮. 𝘔𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘍𝘦𝘴𝘵𝘳𝘦𝘥𝘦 𝘸𝘢𝘳 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘳 𝘮𝘦𝘪𝘯𝘦𝘳 𝘦𝘮𝘰𝘵𝘪𝘰𝘯𝘢𝘭𝘴𝘵𝘦𝘯 𝘔𝘰𝘮𝘦𝘯𝘵𝘦 𝘥𝘦𝘳 𝘭𝘦𝘵𝘻𝘵𝘦𝘯 𝘔𝘰𝘯𝘢𝘵𝘦…

«Was die Palliativklinik leistet, was Vreni Grether hier aufgebaut hat – das gehört zum Beeindruckendsten, was ich in drei Jahren als Regierungsrat erleben durfte. (…) Dieser Ort ist einzigartig. Einzigartig in seiner Entstehung. Einzigartig in seinem Engagement. Einzigartig in seiner Bedeutung.

1996 hatte Vreni Grether eine Idee – aus tiefster menschlicher Überzeugung – dass unsere Region einen Ort braucht, an dem Menschen mit unheilbaren Krankheiten umfassend versorgt werden – und ein Ort, wo sie in Würde sterben dürfen.

Leiden und Sterben. Das sind in unserer Gesellschaft schwierige Begriffe. Wir haben gelernt, sie zu verdrängen – an einen Ort, wo wir sie nicht direkt spüren müssen. (…) Vreni Grether hat das Gegenteil gemacht. Sie hat das Sterben, das Leiden und das Entdecken neuer Kraft in existenziellen Lebensphasen ins Zentrum gestellt – nicht als Ausdruck eines medizinischen Mangels, nicht als etwas, das man gesellschaftlich verdrängt. Sondern als das, was es ist: ein Teil unseres Lebens der die gleiche Sorgfalt, den gleichen Respekt, die gleiche Würde verdient wie jene Lebensphasen, an die wir viel lieber denken: das Geborenwerden, das Aufwachsen, das Reif-Werden.

Ja, diesen Ort haben Sie geschaffen. (…) Gemeinsam mit einem Team, das den eigenen Auftrag nicht nur medizinisch versteht, sondern dem Menschen in seiner Ganzheit begegnet: In seiner psychosozialen, emotionalen Realität, in seiner Kultur, Emotion und Spiritualität. Nicht als Randaspekt, sondern als zentrales Element des eigenen Auftrags, der sich auch an die Angehörigen richtet, sie einbezieht – und stärkt, wenn diese selbst am Rand ihrer Kräfte sind – weil Sie wissen, dass hinter jedem Menschen eine Familie, eine Geschichte steht, die als Teil der Lebensreise gestärkt und als Ressource neuentdeckt werden soll. 

Liebe Vreni Grether, Sie mussten für diese Idee kämpfen. (…). Es gab Widerstände, Kritik, Zweifel. Und doch: Sie haben nicht nachgelassen.

Vor 8 Jahren hat die Uni Basel Sie und Ihr Lebenswerk mit der Ehrendoktorwürde gewürdigt. Ich weiss nicht, was Ihnen in diesem Moment durch den Kopf gegangen ist. Aber ich vermute: Es war nicht Stolz auf die eigene Person. Viel eher Dankbarkeit. Dankbarkeit für alle, die diesen Weg mit Ihnen gegangen sind. (…) Weil Ihnen bewusst ist, dass ein solcher Ort nur dann wirklich gut ist, wenn alle mit Herzblut dabei sind. Und vielleicht hatten sie in diesem Moment auch ein Gefühl der Gewissheit: Die Sache ist angekommen. Die Menschen, für die ich das alles getan habe, werden gesehen – in der Gesellschaft wahrgenommen. (…)

Danke, liebe Vreni Grether – von ganzem Herzen. Für die Pioniertat. Für die Grosszügigkeit. Für die Beharrlichkeit. Über drei Jahrzehnte.»

Link zur Palliativklinik im 1. Kommentar.

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