FutureHealth Basel 2026

Ein weiteres Highlight! Es gibt Podien, die sind interessant. Und es gibt Podien, die sind begeisternd und spannend, weil die Teilnehmenden dazu bereit sind, nicht nur in geschliffenen Sätzen ihre Positionen anzubringen, sondern sich mit Leidenschaft und angreifbaren Argumenten ehrlich in eine spannende Diskussion eintauchen.

Zu letzterer Kategorie zählte für mich das von Esther Girsberger moderierte Panel an der gestrigen FutureHealth mit Daniel Liedtke (VRP Helsana) und Katharina M. Gasser (General Manager and Member of the Board of Roche Pharma Switzerland). Es war mir eine grosse Ehre, dabei sein zu dürfen.

In der Diskussion zeigte sich einmal mehr: Eine rein kostengetriebene Sichtweise auf unser Gesundheitssystem verdeckt den Blick darauf, dass wir ohne Zweifel eine teure, im internationalen Vergleich aber eben auch sehr gute, innovative, zugängliche Gesundheitsversorgung haben, zu der wir Sorge halten müssen. Gleichzeitig leidet (auch) unser System an unzähligen Fehlanreizen, welche zu einer Mengenausweitung sowie Überversorgung führen und damit dem Ziel der Kostendämpfung entgegenwirken. Hier braucht es mehr Transparenz im System, hier braucht es mehr integrales Engagement seitens Leistungserbringenden, Industrie, Versicherer und Politik. Und es braucht auch ein neues Bewusstsein seitens der Bevölkerung, dass unsere eigenen Ansprüche an die Gesundheitsversorgung, deren Ausgestaltung und Kostenentwicklung direkt beeinflussen. 

Was in der Kosten-Nutzen-Debatte jedoch oft vergessen geht – auch das war Thema des Panels – sind ethische Fragen und letztlich der gesellschaftliche Werte-Diskurs zu Gesundheit und Lebensqualität – oder wie es Zuschauende auf den Punkt brachten: «Wir diskutieren oft über Kosten und Effizienz, aber selten über die radikale Ethik dahinter.» und «Es geht nicht um ein Entweder-oder zwischen Kosten und Innovation, sondern um ein gemeinsames Verständnis von Wert – für Patient:innen, für das System und für die Gesellschaft.»

© 2026 Thomi Jourdan